Heilpraktiker Psychotherapie Ausbildung: Ich-Störungen
Artikel (Nr.118) wurde am 10.12.2006 veröffentlicht
In einer Heilpraktiker Psychotherapie Ausbildung lernen die Teilnehmer psychische Störungen erkennen und voneinander abzugrenzen. Bei dieser Abgrenzung spielen die psychopathologischen Symptome, d.h. die Merkmale einer Störung, eine wichtige Rolle.
Eines dieser psychopathologischen Symptome sind die Ich-Störungen. Diese Ich-Störungen werden so genannt, weil sie das gesamte Erleben eines Menschen beeinträchtigen, er fühlt sich zum Beispiel als verändert oder erlebt seine Umwelt als unwirklich.
Als Heilpraktiker für Psychotherapie sollte man wissen, dass diese Ich-Störungen Merkmale von Psychosen sind. Eine Psychose ist dabei eine gravierende psychische Störung, bei der die Betroffenen sich zum Beispiel verfolgt fühlen können, Stimmen hören oder in bizarre Körperhaltungen erstarren können. Ein Mensch kann eine Psychose bekommen, wenn es in seiner Familie ein höheres Erkrankungsrisiko besteht, zum Beispiel bei einer Schizophrenie oder wenn er durch Alkohol oder andere Drogen eine Vergiftung in seinem Gehirn verursacht.
Es gibt verschiedene Ich-Störungen, die dann bei Psychosen auftreten können. Eine Form betrifft die Gedanken, ein Psychotiker kann den Eindruck haben, dass andere seine Gedanken lesen können (Gedankenlesen), ihm fremde Gedanken durch irgendwelche Apparate eingeben können (Gedankeneingabe) oder ihm seine Gedanken aus dem Kopf ziehen können (Gedankenentzug). Dieses Erleben ist für den Betroffenen sehr beängstigend – man muss sich nur mal vorstellen, wie es einem selbst damit ginge – und macht ihn völlig hilflos.
Zwei andere Formen der Ich-Störung sind die Derealisation und die Depersonalisation. Bei der Derealisation hat der Betroffene den Eindruck, dass die Welt unwirklich und verändert ist, bei der Depersonalisation empfindet er sich insgesamt oder Körperteile von sich als künstlich oder verändert.
Der Heilpraktiker für Psychotherapie muss bei Menschen, die mit körperlich verursachten Psychosen zu ihm kommen, diese an einen Arzt weiter verweisen, damit die körperliche Ursache behandelt werden kann.
Autor: Dipl.-Psych. Norman Ehlert (Psychologischer Psychotherapeut), info @norman-ehlert.de
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