Die Vielfalt der Therapieverfahren
Artikel (Nr.127) wurde am 05.02.2007 veröffentlicht
In der Psychotherapie existiert eine unüberschaubare Anzahl an Therapieverfahren. Der interessierte Laie erkennt in diesem Bereich oft nicht, wie sich die einzelnen Verfahren unterscheiden. Selbst erfahrene Therapeuten tun sich manchmal schwer, den Überblick zu behalten.
Der erste Unterschied besteht zum Coaching: Beim Coaching geht es um allgemeine berufliche oder private Probleme, zum Beispiel eine gute Vorbereitung bei einer Prüfung oder einem Vorstellungsgespräch. Bei einer Psychotherapie geht es um das Diagnostizieren und Behandeln von psychischen Störungen.
Psychische Störungen sind daran zu erkennen, dass eine bestimmte Anzahl an Symptomen, so genannten Krankheitszeichen vorliegen. Symptome sind zum Beispiel Antriebsarmut, Interessenverlust (wie bei der Depression), Wahn oder Halluzinationen (wie bei Psychosen). Die Symptome müssen ein bestimmtes Ausmaß erfüllen und es muss ein bestimmter Leidensdruck überschritten werden, um von einer psychischen Störung zu sprechen.
Wenn die Störung eine psychische Ursache hat, dürfen in den meisten Fällen Psychotherapeuten mit dem Klienten arbeiten. Doch worin unterscheiden sich nun die einzelnen Therapiemethoden? Ein Unterschied besteht darin, ob eher nach inneren Konflikten gesucht wird (tiefenpsychologische Verfahren) oder nach Ursachen im System (systemische Ansätze oder Familientherapie). Eine weitere Unterscheidung ist in eher rationale (kognitive), zum Beispiel die Kognitive Therapie versus emotionale Techniken, zum Beispiel die Gestalttherapie. Wiederum eine andere Differenzierung besteht darin, ob mehr in der Vergangenheit (zum Beispiel in der Psychoanalyse) oder in der Gegenwart (zum Beispiel die Lösungsorientierte Kurzzeittherapie) gearbeitet wird.
|