Trigeminusneuropathie
Artikel (Nr.1384) wurde am 20.03.2010 veröffentlicht
Was ist eine Trigeminusneuropathie ?
Der Trigeminus (zu deutsch: "Drillingsnerv") ist der
fünfte Hirnnerv. Er führt sensible und motorische Fasern mit
denen er weite Teile im Kopf erreicht.
Der Name Trigeminus kommt von der Dreiteilung seiner Äste
in
* V1 (gesprochen: „Fünf-eins“): Augenast
* V2: Oberkieferast
* V3: Unterkieferast
Bei einer Neuropathie sind Nervenendigungen aus
verschiedenen Ursachen geschädigt worden. Dadurch kann die
Sensibilität und/oder Motorik am betroffenen Nerv gestört
sein.
Somit ist eine Trigeminusneuropathie eine Schädigung der
Nervenendingungen des Trigeminus, die Dauerschmerz und
Missempfindung am Trigeminus auslöst.
Anders als bei der Trigeminusneuralgie kommt es jedoch nicht
zu plötzlichen Schmerzattacken.
Wie behandelt man eine Trigeminusneuropathie ?
In der 1. Stufe wird versucht eine Besserung der Symptome
durch das Medikament Carbamazepin zu erreichen.
Falls es zu keiner Besserung kommt, zieht man in der 2.
Stufe operative Verfahren in Betracht:
Perkutane Verfahren
Alle perkutanen Verfahren sind destruktive Verfahren. Bei
der Thermokoagulation wird der Trigeminus im Ganglion
Gasseri thermisch geschädigt, bei der Glyzerinrhizolyse
chemisch und bei der Ballonkompression mechanisch.
Üblicherweise in intravenöser Kurznarkose wird 2-3 cm
seitlich des Mundwinkels punktiert und eine spezielle Nadel
freihändig unter Durchleuchtungskontrolle in das Foramen
ovale geführt. Durch die Nadel wird entweder eine
Radiofrequenzsonde zur temperaturgesteuerten Ausschaltung
des Trigeminus eingeführt (60-70 °C für 60-70 s) oder
wasserfreies Glyzerin in das Cavum Meckeli, die das Ganglion
Gasseri umgebende Duratasche, gespritzt (0,4 ml) oder
ein 4 French Fogarty-Ballonkatheter eingeführt (Füllung mit
0,75-1 ml Kontrastmittel, intraluminaler Druck ca. 1500
mmHg).
Mikrovaskuläre Dekompression (nach Jannetta)
Dies ist ein Eingriff in der hinteren Schädelgrube (!!)
und wird bei eindeutigen Einklemmungen nach einem Unfall
durchgeführt. Die Operation wird in
Intubationsnarkose durchgeführt. Die Patienten befinden sich
in Rückenlage oder in halbsitzender Position. An der
Eintrittszone des Trigeminus in den
Hirnstamm findet sich häufig ein Gefäß in Kontakt mit dem
Nerv. Ziel ist es, diesen Kontakt durch Einfügen eines
kleinen Stücks
alloplastischen Materials (z. B. Teflon) zu beseitigen, da
in diesem Kontakt die Ursache für die Trigeminusneuralgie
vermutet wird.
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