Der Mythos um Deutsche Doggen
Artikel (Nr.1399) wurde am 24.03.2010 veröffentlicht
Um die Hunderasse Deutsche Dogge ranken sich viele, hübsche Geschichten. Das, was man am allermeisten zu hören bekommt, ist: eine Dogge ist ein sanfter Riese. Nun, ist das wirklich so und warum wird das immer wieder behauptet?
In der Tat sind Doggen innerhalb ihrer Familie, ihres Rudels sozusagen, sehr lieb. Aber das auch nur, wenn sie ihres Gemütes entsprechend richtig erzogen wurden. Deutsche Doggen sind sehr sensibel. Aber genau das ist es, was die Erziehung mitunter schwierig gestaltet. Sensibilität heißt nämlich auch, dass die Dogge sehr feinfühlig auf Stimmungsschwankungen etc. reagiert. Doggen bekommen aufgrund dieser Wesenseigenschaft alles mit.
Wenn also bspw. Frauchen die Hauptbezugsperson ist, sich um die Erziehung kümmert, füttert etc., Herrchen aber ansonsten innerhalb des Familienverbundes das „Zepter“ in der Hand hält, kann es sein, dass die junge Dogge das Frauchen nicht ernst nimmt. Die Autorität des Frauchens wird praktisch durch die Interaktion Herrchen/Frauchen untergraben. Natürlich bemerken dies auch andere Hunderassen. Aber Doggen, aufgrund ihrer sensiblen Seite, noch ein wenig mehr.
Das andere Hindernis der Sensibilität von Doggen ist, dass man sie nicht zu harsch erziehen darf. Sie „fallen dann zusammen wie ein Kartenhaus“. So bekommt man keinen Zugang zu der zarten Hundeseele. Wenn man also eine Dogge haben möchte, die der berühmte „sanfte Riese“ ist, muss am besten alles stimmen. Klare Regeln, die mit Herz und Verstand, anstatt mit Härte und Strenge durchgesetzt werden. Selbstverständlich gehört auch von klein an eine gute Sozialisierung auf Mensch und Tier dazu. Und Doggen sollten in ihrem ersten Lebensjahr möglichst nur positive Erfahrungen sammeln... Sie haben ein enormes Gedächtnis und vergessen (fast) nie.
Wenn alles perfekt geklappt hat: klar, dann sind sie diese sagenumwobenen sanften Riesen. Denn Doggen sind vom Grundsatz her sehr menschenfreundliche Hunde. Natürlich nur dann, wenn der Mensch ihnen oder ihrer Familie gegenüber freundlich gesonnen ist. Doggen können auch anders. Haben sie eine nette Familie, in der sie sich geborgen fühlen, dann sind sie der kühne Recke, der für ihr Rudel in die Bresche springen würde.
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