Überblick über die private Krankenversicherung
Artikel (Nr.150) wurde am 14.02.2007 veröffentlicht
Als zweite große Versicherungsform in Deutschland wirft die private
Krankenversicherung mit ihren offensichtlichen Behandlungsvorteilen immer wieder
Fragen nach Vorteilen, Rentabilität und Risiken auf. Allgemein lohnt es sich,
die eigene Lage zu überdenken und sich der Frage zu stellen, ob sich ein Wechsel
von der gesetzlichen Krankenversicherung, der die meisten deutschen Arbeitnehmer
angehören, in die private als lohnend erweisen könnte.
Das Sozialgesetzbuch V bietet ausführliche Informationen zu dieser Form der
Versicherung und auch die Anbieter von privaten Krankenversicherungen klären
ihre (potentiellen) Kunden über Vorteile, Regeln und Risiken auf.
Vorraussetzung für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist ein
bestehendes Arbeitsverhältnis, in dem der Arbeitnehmer das dritte Jahr in Folge
ein Bruttogehalt über der Jahresarbeitsentgeldgrenze bezieht. Diese betrug 2003
45 900 Euro, ändert sich jedoch in jedem Kalenderjahr geringfügig, da sie
abhängig von den jeweiligen Bruttogehältern und -löhnen berechnet wird. Außerdem
privat versicherungsberechtigt sind Selbstständige und Freiberufler bzw.
Künstler, Beamte, Richter, Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Soldaten auf
Zeit bzw. Berufssoldaten, Studenten, die einer zusätzlichen Beschäftigung
nachgehen und geringfügig Beschäftigte.
Der Arbeitnehmer zahlt auch hier die Hälfte des abzuführenden Beitrages, jedoch
nicht mehr als den Höchstsatz von gesetzlichen Krankenkassen, der 2001 zum
Beispiel € 225,19 (West) bzw. € 230,20 (Ost) betrug.
Die private Krankenversicherung hat natürlich
wie Nachteile auch Vorteile, so sind unter anderem die bevorzugte ärztliche
Behandlung als Privatpatient, eine hundertprozentige Kostenerstattung von
Sehhilfen und Zahnersatz, Kur- und Heilpraktikerleistungen, die Rückerstattung
des Krankenversicherungsbeitrages bei Leistungsfreiheit, Zuzahlungsfeiheit auf
Medikamente und die Individualität der Krankenversicherung, die sich der
Versicherte aus einem Leistungskatalog mit einigen kleinen Einschränkungen und
Basisleistungen selbst zusammen stellen kann.
Dennoch sollte die Entscheidung für eine private
Krankenversicherung gut durchdacht werden, da ein Wechsel zurück in die
gesetzliche Krankenversicherung zu einem späteren Zeitpunkt nur in den Fällen
der Arbeitslosigkeit oder bei einer Gehaltskürzung unter die
Jahresarbeitsentgeldgrenze möglich ist. Zudem benötigt jedes Familienmitglied
unabhängig davon, ob es dabei um Minder- oder bereits Volljährige handelt, einen
eigenen Versicherungsvertrag, was die Kosten noch einmal erheblich steigern
kann. In Abhängigkeit von Einkommen und Typ der Krankenkasse liegen die
Versicherungsbeiträge zwischen 275 und 600 Euro pro Person und Monat. Auch die
Auslagen für Medikamente und Arztrechnungen, die von den privaten Kassen erst im
Nachhinein rückerstattet werden, dürfen nicht aus dem Blick verloren werden.
Da das Risiko sich zu wenig zu versichern um so den Beitrag möglichst niedrig zu
halten, sehr hoch ist, gilt es also, sich einen detaillierten Überblick über die
verschiedenen Anbieter einer privaten Krankenversicherung zu verschaffen,
Leistungen und Kosten genau zu überdenken und erst dann eine vernünftige
Entscheidung zu treffen. Im Internet finden sich dafür genügend, Portale, wo ein
Krankenkassenvergleich durchgeführt werden kann, natürlich auch für die
gesetzliche Krankenversicherung.
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