Hart aber fair: Plasberg am 28.4.10
Artikel (Nr.1529) wurde am 29.04.2010 veröffentlicht
Wenn im Artikel Nr.1506 (Politik – und Wirtschaftstalk: Plasberg, Illner, Will und Maischberger) noch gewettert wurde, dass Moderatoren undisziplinierte Wortunterbrecher seien; nur ihre Quote im Sinn haben; darauf achten, hohe Wortanteile innerhalb der Fragestellungen zu verpacken; die Sendung nicht steuern zu können/wollen und diese nur als Forum ihrer Eitelkeit zu betrachten, so war die oben genannte Sendung – zum ersten Mal – wohltuend anders.
Zwar führten immer noch einige Politiker das laute „Durcheinanderwort“, jedoch hielten sich die Gäste Lafontaine und Blome wohltuend zurück; hörten anderen zu und antworteten präzise und keinesfalls ausschweifend. Unangenehm fiel auf, dass ein Mann wie Blome, leise aber kompetent formulierend, von dem Vertreter der FDP, Chatzimarkakis und CDU Gröhe zeitweise rigide und auch viel zu laut unterbrochen wurde. Nun, bei der FDP haben laute Töne ja Hochkonjunktur, und damit ist das Verhalten von Chatzimarkakis auch nicht weiter verwunderlich.
Plasberg – als hätte er den Artikel 1506 gelesen – absolut zurückhaltend; die Sendung souverän lenkend; eloquent moderierend; zuhörend und mit Humor auf Kommentare eingehend, war Meister seiner Moderatorenkunst und "Chef im Ring".
Ja, Herr Plasberg, ja, ARD, so wird das etwas.
Heute hatte der Bildungsbürger sicherlich nicht nur Vergnügen an dieser Sendung, vielmehr konnte er auch mitnehmen: Höflichkeit, leise Stimmen, anderen gut zuhören und Zurückhaltung wirken überzeugend und wohltuend, und sie haben Vorbildcharakter.
Hingegen – und seien sie noch so eloquent vorgetragen – stoßen rüpelhafte und arrogant wirkenden Unterbrecherreden ab; sie sind nicht nur unangenehm, sondern geben das schlechte Beispiel.
Gut wäre es, wenn zukünftig Gäste nach Kriterien ausgesucht werden, die neben Kompetenz auch gute Manieren garantieren.
Man kann nur hoffen, dass auch Will, Illner und Maischberger eine Korrektur ihrer bisherigen Performance vornehmen werden.
IH
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