Illner talkte am 6.5.10
Artikel (Nr.1556) wurde am 07.05.2010 veröffentlicht
Kritisch betrachtet, ist es sicherlich nicht einfach, in Zeiten des Wahlkampfes einen Talk mit Politikern zu senden. Noch dazu, wenn es - wie im Falle NRW - um alles geht: Schwarz/gelb steht auf der Kippe.
Lindner durfte vor der Wahl noch einmal in epischer Breite FDP – Ansichten vertreten. Interessant war, dass Lindner genauso zockt, wie Banken das zu tun pflegen. Die FDP „wettet“ nämlich jetzt bereits auf prognostizierte Steuermehreinnahmen in 2013 und leitet daraus jetzt schon mal eine Steuersenkung für angeblich kleine und mittlere Einkommen ab.
40% der Bundesbürger zahlen gar keine Steuern, weil sie zu niedrige Einkommen beziehen, überführte die Runde den Nebelbombenwerfer Lindner.
Dann gab Lindner unbewusst…? zu, die Verbrauchs- und Konsumentensteuern erhöhen zu wollen und dafür die Gewerbesteuer fortfallen zu lassen.
Das führt zu Gebühren- und Abgabenerhöhungen.
Nun, dann partizipieren ja die Bezieher kleiner Einkommen doch, nämlich daran, dass sie zwar keine Steuererleichterung erhalten, aber dafür wenigstens mehr Konsumentensteuern und Abgaben zahlen dürfen.
Trittin ebnete schon einmal Schwarz/Grün in NRW den Weg, indem er Kohl über die Maßen lobte. Er zeigte - so wie die Grünen inzwischen im allgemeinen - Wirtschaftskompetenz, sprach nicht der Steuersenkungen das Wort und attackierte Lindner sehr substantiiert. Bei der Aussage über die Steuersenkungen und Erhöhung der Konsumentensteuern sowie Fortfall der Gewerbesteuer kam er nicht umhin, sich vor Lachen zu biegen – das war gar nicht witzig, Herr Trittin.
Lötzsch von den Linken wiederholte Sozialträume mit oft gehörten Gemeinplätzen. Bei ihr fehlte es an medialer Professionalität und inhaltlicher Präsenz.
Ebenso fehlte diese auch Gröhe; auch er kam über Gemeinplätze nicht hinaus, die sich im wesentlichen darauf reduzierten, dass die Schuldenbremse greife und man etwas für die Kommunen tun müsse, ebenso mehr Netto vom Brutto.... Ach wirklich?
Illner hat sich in ihrer Sendung nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Autorität, ihre Sendung zu steuern, verwechselt sie gern mit schnippischen Attacken. Nur einmal gelang es ihr wirklich, das aufgeregte Geplapper der Wahlkämpfer zu unterbrechen, indem sie einwarf, dass man diese Argumente nun auch schon fünfmal gehört habe. Das traf allerdings den Nagel auf den Kopf.
Nun, man konnte sich diese Sendung zwar bis zum Ende ansehen, jedoch blieb ein schales Gefühl und der Eindruck, wieder einmal seine Zeit verschwendet zu haben.
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