Die Fallen einer Baufinanzierung
Artikel (Nr.1698) wurde am 15.06.2010 veröffentlicht
Mit dem Abschluss einer Baufinanzierung können viele Dinge außerplanmäßig verlaufen. Die eigene Baufinanzierung muss daher so aufgebaut sein, dass mögliche Risiken ohne größere Probleme bewältigt werden können. So geht es zum Beispiel vielen Bauherren so, dass der Beginn eines Bauvorhabens aufgrund der Witterungsbedingungen verschoben werden muss. Auf den ersten Blick augenscheinlich kein Problem - doch bei längeren Verzögerungen muss ein Kreditnehmer Bereitstellungszinsen bezahlen. Diese betragen im Regelfall 3 % p.a. des nicht in Anspruch genommenen Betrages. Dies kann unter Umständen dem kompletten Darlehensbetrag entsprechen. Bei einem Darlehensbetrag von 250.000 Euro bedeutet dies eine finanzielle Belastung von 7.500 Euro, die zusätzlich zu den laufenden Mietausgaben (falls eine Mietwohnung finanziert werden muss) anfallen.
Diese Mehrbelastung kann bei einer Baufinanzierung vermieden werden, wenn der Beginn der Anrechnung der Bereitstellungszinsen deutlich nach hinten verschoben wird. Dies muss vertraglich ausgehandelt werden. Ein weiteres Risiko bei einer Baufinanzierung besteht in einem eventuellen Nachfinanzierungsbedarf, bei dem ein zusätzlicher Kredit aufgenommen werden muss, um das Bauvorhaben fertigstellen zu können. Aus diesem Grund sollte bereits beim Abschluss der ersten Baufinanzierung besprochen werden, wie hoch die eventuelle Nachfinanzierung sein darf. Auf Basis der vorliegenden Einkommensverhältnisse kann die Bank dies bereits ausrechnen.
Da eine Nachfinanzierung meistens auf Blankobasis (d.h. ohne Sicherheiten) erfolgt, sollte mit der Bank geklärt werden, ob auch die Bereitschaft dazu seitens der Bank vorhanden wäre. Bei der ersten Baufinanzierung (insbesondere bei Bauvorhaben) sollte ein Finanzierungspuffer für mögliche Baurisiken eingerechnet werden. Damit ist ein Kreditnehmer für die ersten Risiken einer Finanzierung gut gerüstet - obwohl sich die Risiken natürlich niemals komplett ausschalten lassen.
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