Profitieren von der Inflation?
Artikel (Nr.1723) wurde am 20.06.2010 veröffentlicht
Die Finanzkrise ist noch nicht zu Ende. Viele Politiker und Medien wollten uns genau das suggerieren, aber die aktuellen Ereignisse zeigen: Die Probleme an den Finanzmärkten und in den Staatshaushalten sind alles andere als gelöst.
Fast könnte man meinen, wir sind in einer Sackgasse. Wie sollen wir die Staatsschulden jemals wieder abbauen? Wer soll denn diese Summen aufbringen angesichts der Tatsache, dass Großindustrie und Superreiche von der Politik immer geschont werden? Können die ehrlichen Arbeiter mit ihren Mini-Einkommen diese Schuldenberge abtragen? Wohl kaum.
Wie immer man die Sache dreht und wendet: Angesichts ständig steigender Zinszahlungen für die existierenden Staatsschulden, werden diese irgendwann untragbar. Irgendwann können schlicht die Zinsen nicht mehr aufgebracht werden. Griechenland ist jetzt schon so weit. Staaten wie die USA und Deutschland werden auch noch dahin kommen. So weitermachen wie bisher, das geht nicht mehr lange.
Eine Möglichkeit, sich der Schulden zu entledigen wäre, sie wertlos zu machen über Inflation. Einige Fachleute raten dazu, über eine moderate Inflation die Staatsschulden zu entwerten. In diesem Falle wären natürlich Sparer und Riester-Vorsorger die Dummen, da ihre Guthaben dadurch entwertet würden. Gewinner sind in einer Inflation Schuldner, da Schulden nominal sind. Inflation würde den Wert des Geldes und damit der Schulden reduzieren. Schuldner können somit mit wertlosem Geld ihre Schulden tilgen. Also nichts wie Schulden aufnehmen, z.B. hier?
Andere raten davon ab, sich zu verschulden. Sie rechnen damit, dass viele Schuldner irgendwann ihre Schulden nicht mehr bedienen können, so wie aktuell Griechenland. Derzeit kann Griechenland damit rechnen, aus Deutschland Geld geschenkt zu bekommen. Was aber, wenn Deutschland selbst seine Zinsen nicht mehr bezahlen kann? Wer zahlt dann für Deutschland die Zinsen? Die Antwort ist sehr einfach: Niemand. In diesem Falle käme es zu Zahlungsausfällen. Weder die Zinsen würden gezahlt, noch würden die Schulden jemals zurückgezahlt. Die Schulden/Forderungen auf Zahlung wären damit zumindest teilweise wertlos geworden, da das Zahlungsversprechen nicht eingehalten würde. Somit müssten diese Forderungen als uneinbringlich abgeschrieben werden. Es würde vermeintliches Guthaben (der Gläubiger) vernichtet. Die Geldmenge würde schrumpfen. Das Ergebnis wäre Deflation.
Hans-Olaf Henkel, der frühere BDI-Präsident riet kürzlich in einer Talkshow dazu, sich zu verschulden. Er meinte, nach der zu erwartenden Inflation könnten Schuldner mit wertlos gewordenem Geld die Schulden mühelos tilgen. Der Mann sollte eigentlich etwas von Geld verstehen. Wenn Sie seinen Rat befolgen wollen, dann schauen Sie mal hier nach einem günstigen Kredit.
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