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   Artikel Schüßlersalze und Antlitzdiagnostik
Schüßlersalze und Antlitzdiagnostik
Artikel (Nr.1942) wurde am 03.08.2010 veröffentlicht

Parallel zu dem Wissenschaftszweig der Biochemie existiert eine gleichnamige Heilmethode, die von Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler begründet wurde. Die „Biochemie“ oder „Biochemische Heilweise“, wie sie offiziell heißt, ist im Volksmund auch unter dem Begriff „Schüßlersalze“ bekannt. Diese Heilweise umfaßt nur ganze 11 Mineralsalze, die nach den Erkenntnissen Schüßlers vollkommen ausreichen, um alle Krankheiten zu heilen, die überhaupt durch Einnahme innerlicher Mittel heilbar sind. Es ist zwar häufig auch von 12, 24 oder sogar noch mehr Schüßlersalzen die Rede, aber hier wird Schüßler etwas untergeschoben, was ganz und gar nicht in seinem Sinne ist.

Wilhelm Heinrich Schüßler (1821 - 1898) ließ sich erst im Alter von 37 Jahren als homöopathischer Arzt nieder. Da sein Vater ihm kein Studium finanzieren konnte, verdiente er seinen Lebensunterhalt als Amtsschreiber im Stadtmagistrat Oldenburg. Nebenbei bildete er sich mit großem Eifer auf vielen Gebieten weiter und studierte mit eiserner Energie sechs Fremdsprachen, die er auch in Wort und Schrift beherrschte. Im Jahre 1852 begann Schüßler mit dem Medizinstudium in Paris, was er in Berlin fortsetzte und in Gießen vollendete. Anschließend studierte er noch drei weitere Semester in Prag, um dann nach Oldenburg zurückzukehren. Bemerkenswert ist, daß Schüßler studierte, ohne vorher das Abitur abgelegt zu haben. Nach Erlangung der Doktorwürde holte er dies jedoch nach.

Ab 1858 arbeitete er als erfolgreicher homöopathischer Arzt und verfaßte in den folgenden Jahren zahlreiche Schriften über die Homöopathie. Um 1870 kam es jedoch zu einer Wende in der Arbeit Schüßlers, nachdem er von den aufsehenerregenden Studien Prof. Jacob Moleschotts erfuhr, die sich auf das Gebiet der Zellenforschung erstreckten. Hier bekam Schüßler erstmals eine wissenschaftliche Bestätigung für seine langgehegten Vermutungen, daß Störungen im Mikroorganismus des menschlichen Körpers durch Mineralstoffmängel ausgelöst werden.

Obwohl Schüßler in langjähriger Praxis viele großartige Erfolge mit der Homöopathie verzeichnen konnte, war er mit dieser Therapieform nicht so ganz glücklich. Es störte ihn hierbei vor allem eine gewisse Regellosigkeit, welche die wirkungsvolle Homöopathie immer komplizierter machte. Unermüdlich forschte er nun auf diesem Gebiet und wendete sich langsam aber sicher von der homöopathischen Heilweise ab. In seinem Buch „Eine abgekürzte Therapie“ äußerte sich Schüßler folgendermaßen dazu: „Therapien, welche so lockere Grenzen haben, daß sie zu jeder Zeit neue Arzneimittel aufnehmen oder alte Mittel beibehalten oder verwerfen dürfen, können nicht diejenige Sicherheit gewähren, welche zum Nutzen der Kranken und im Interesse der Wissenschaft notwendig ist.“ Es dürfte klar sein, daß Schüßler mit dieser Aussage bei seinen homöopathischen Kollegen nicht auf Gegenliebe stieß.

Immer stärker offenbarten sich Schüßler während seiner Forschungen, Klarheit und Einfachheit aller Gesetzmäßigkeiten in der ganzen Natur. Dadurch angetrieben suchte er mit immer größer werdendem Tatendrang nach einer Heilweise, die sich zum einen nahtlos in die Naturgesetze einfügt, also feste Grenzen hat, und zum anderen nicht ständiger Erweiterung bedarf. Der Physiologe Prof. Dr. Gustav von Bunge gab Schüßler dann die entscheidenden Hinweise, welche der unzähligen Mineralstoffverbindungen in die engere Wahl kommen. Er fand in den Aschenbestandteilen, die bei Verbrennung menschlichen Gewebes übrig blieben, immer die selben Mineralstoffe vor. So kristallisierten sich anfangs 12 Salze heraus, die aber im Laufe der Forschungen Bunges und Schüßlers auf 11 verringert wurden. Schüßler veröffentlichte 1873 seine ersten Forschungsergebnisse über die neue Heilweise und erregte damit großes Aufsehen.

Bedingt durch die geringe Anzahl an Heilmitteln fand die biochemische Heilweise in den Kreisen der Medizin bis heute wenig Anerkennung. In der Volksmedizin sind die Schüßlersalze allerdings schon von je her beliebt und sehr weit verbreitet. Der Grund liegt in der großen Wirksamkeit und der einfachen Handhabung. Aus einer Volksbewegung heraus trat die Biochemie einen Siegeszug um die ganze Welt an, und ist in vielen Ländern bekannt. Die 11 biochemischen Mineralsalze sind in den Zellen von Pflanzen, Tieren und Menschen in unterschiedlicher Konzentration zu finden und sind für deren Aufbau, Betrieb und Entgiftung von lebenswichtiger Bedeutung. Wird das Gleichgewicht im Mineralstoffhaushalt gestört, entsteht die Grundlage für Krankheiten, welche durch die Einnahme der Mineralsalze wieder ins Lot gebracht werden können.

Trotz großartiger Wirkung der Biochemie ist eine Heilung oftmals aber erst dann möglich, wenn der Kranke zusätzlich bereit ist umzudenken, sich von Innen her neu ausrichtet und Fehler in seiner Lebensführung vermeidet. Normalerweise nimmt der Organismus durch eine gesunde Ernährung genügend Mineralsalze auf. In der Nahrung sind diese organisch gebunden und werden durch den Stoffwechsel erschlossen. Ohne ausreichende Mineralsalze im Körper wird die Zellentätigkeit stark eingeschränkt oder sogar unmöglich. Minderwertige Ernährung, eine veränderte Lebensweise und starke Belastungen der Umwelt haben dazu beigetragen, daß heutzutage der Mineralsalzbedarf bei allen Menschen enorm angestiegen ist. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, verabreichte Schüßler die einzelnen Salze in Molekularform. Die Herstellung der Biochemie erfolgt nach dem homöopathischen Verreibungsverfahren, das die Mineralsalze zellgängig macht. Die Tatsache, daß Biochemie genauso verrieben wird wie Homöopathie, macht es vor allem Homöopathen schwer, eine Trennungslinie zwischen beiden Heilweisen zu ziehen.

Der Unterschied liegt darin, daß Homöopathie vom Grundsatz her eher körperfremde Stoffe verwendet (oftmals sogar Giftstoffe), Biochemie aber nur körpereigene Bau- und Betriebsstoffe. Daher spricht man bei der Biochemie von einer Befriedigungsheilweise, während die Homöopathie als Reiztherapie eingestuft wird. Schüßler sagte dazu: „Durch mein Heilverfahren werden Störungen, welche der Bewegung der Moleküle der unorganischen (= anorganischen) Stoffe des menschlichen Organismus entstanden sind, mittels homogener (= gleichartiger) Stoffe direkt ausgeglichen, während die Homöopathie ihre Heilzwecke mittels heterogener (= ungleichartiger) Stoffe indirekt erreicht.“ Schüßler erwähnte im Zusammenhang mit der biochemischen Heilweise immer wieder die Antlitzdiagnostik, der er auch in seinem Buch „Eine abgekürzte Therapie“ ein ganzes Kapitel widmete. Wie man daraus erkennen kann, erfaßte Schüßler diese intuitiv in ihrer Grundstruktur und gab präzise und praktikable Anweisungen für das Selbststudium der Antlitzdiagnostik. Genauere Angaben über die Charakteristik der einzelnen Anzeichen im Gesicht machte er allerdings nicht. Er beschrieb aber, welche erstaunlichen Wirkungen der Biochemie zu entlocken sind, wenn man sie nach der Antlitzdiagnostik verordnet.

Kurt Hickethier (1891 - 1958) griff diese Grundgedanken Schüßlers auf und erforschte ab 1910 unermüdlich und mit großem Eifer die Antlitzdiagnostik. Er benötigte ein gutes Jahrzehnt, bis er damit an die öffentlichkeit trat. Während des ersten Weltkrieges erkrankte Kurt Hickethier an Malaria und der unheilbaren Bechterew’schen Krankheit. Hier prüfte er gleich die Wirksamkeit der Antlitzdiagnostik am eigenen Leib. Allein mit Hilfe der Biochemie kam die Erkrankung zum Stillstand, so daß er damit noch mehr als 40 Jahre lang beschwerdefrei leben konnte. Die Antlitzdiagnostik läßt sich nicht mit üblichen Diagnosen vergleichen. Sie geht andere Wege, denn hier steht das Erkennen der Mineralstoffmängel in Blut und Zellen im Vordergrund. – Das Rezept wird aus dem Gesicht abgelesen, ohne daß man sich um Krankheiten oder Symptome kümmern muß. Ein jeder Mineralstoffmangel im Körper äußert sich durch bestimmte Veränderungen der Gesichtshaut. Hickethier entdeckte 24 unterschiedliche antlitzdiagnostische Anzeichen, denen man alle Mineralsalzmängel treffsicher zuordnen kann. Dem Organismus werden daraufhin die entsprechenden Mineralstoffe der biochemischen Heilweise zugeführt und alle Körperfunktionen können sich auf optimale Weise regulieren und der Organismus kann wieder gesunden. So verschmelzen bei der Antlitzdiagnostik Diagnose und Therapie miteinander und können Erfolge erzielen, die früher nicht für möglich gehalten wurden. Hickethier schreibt in der Einleitung seines Buches „Sonnerschau – Lehrbuch der Antlitzdiagnostik“: „Gewähre dem Krankheitsstoff das, was er zu seiner Sättigung erheischt, und er wird friedlich von dannen ziehen.“

1926 eröffnete Kurt Hickethier in Ellrich im Südharz das Schüßlerheim. Hickethier, der bis dahin im Polizeidienst tätig war, gab seinen Beruf auf, um das erste biochemische Kurhaus Deutschlands zu führen. Hier konnte Hickethier in der Praxis des Alltags weiterforschen und die Antlitzdiagnostik auf ihre Richtigkeit überprüfen. So entstanden wertvolle Beschreibungen über die Charakteristik der einzelnen antlitzdiagnostischen Anzeichen, die bis zum heutigen Tage einzigartig und wegweisend sind.

Die traditionelle Antlitzdiagnostik nach Kurt Hickethier ist in Verbindung mit der Biochemie nach Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler, eine der besten Diagnose- und Behandlungsformen auf dem naturheilkundlichen Sektor. Sie wird bis zum heutigen Tage im Naturheilzentrum in 56132 Kemmenau, unverändert praktiziert und gelehrt. Die Erkenntnisse Hickethiers kann man in seinen Büchern nachlesen. Dies sind: „Lehrbuch der Biochemie“, Sonnerschau, Lehrbuch der Antlitzdiagnostik“, „Woran erkennt man?“ und Volle Sehkraft“.

Copyright 2010 by Friedrich Depke, Kemmenau, Germany

www.sonnerschau.de
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