Klient-zentrierte Gesprächstherapie nach Carl Rogers
Artikel (Nr.1958) wurde am 01.08.2010 veröffentlicht
Der Psychologe und Psychotherapeut Carl Rogers (1902-1987) war davon überzeugt, dass der Mensch eine angeborene Tendenz besitzt, die auf Wachstum, Reife und positive Veränderung ausgerichtet ist. Seiner Meinung nach, ist die Tendenz zur Selbstverwirklichung (Erfüllung oder Verwirklichung aller Fähigkeiten des Organismus) die entscheidende Kraft, die den menschlichen Organismus motiviert. Für ihn strebt ein wachsender Organismus danach, sein Potenzial innerhalb ererbter Grenzen vollkommen auszuschöpfen. Der Mensch selber erkennt nicht immer klar, welche Handlungen zum Wachstum führen und welche dieses verhindern. Wenn jedoch die Richtung einmal erkannt ist, dann wählt jedes Individuum das Wachstum. Carl Rogers ignoriert in seinen Überlegungen nicht, dass der Mensch auch andere u.a. biologische Bedürfnisse hat, aber er ordnet diese der Motivation des Organismus, sich selbst zu verbessern, unter.
Der Glaube von Roger an die Selbstverwirklichungstendenz bildet die Grundlage für seine Klient-zentrierte Gesprächstherapie, die auch als nichtdirektive Therapie bezeichnet wird. Die Klient-zentrierte Gesprächstherapie ist eine Methode der Psychotherapie, die davon ausgeht, dass jeder Mensch die Motivation und Fähigkeit besitzt, sich zu verändern, und dass das Individuum selbst am besten dafür geeignet ist, die Richtung festzulegen, in die eine derartige Veränderung führen soll. In der Klient-zentrierten Gesprächstherapie fungiert der Therapeut als eine Art Resonanzboden, während der Klient die Aufgabe hat, seine Probleme zu explorieren und zu analysieren. Dieser Therapieansatz unterscheidet sich von der psychoanalytischen Therapie. In der psychoanalytischen Therapie führt der Therapeut eine Analyse der Lebensgeschichte des Patienten durch, um das Problem zu bestimmen und Erkenntnisse zur Auswahl von Heilmethoden zu gewinnen.
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