Finanzkrise überwunden?
Artikel (Nr.1992) wurde am 08.08.2010 veröffentlicht
Die Medien haben derzeit über die Finanzmärkte und die Wirtschaft nur Gutes zu berichten. Da wurden Stresstests von Banken mit Bravour bestanden. Das Vertrauen in den Euro kommt zurück. Die Zahlen aus der Realwirtschaft stimmen zuversichtlich. Die Stimmung hebt sich. Umsatzprognosen und Gewinnprognosen werden angehoben. Indikatoren haben das „Vorkrisen-Niveau“ erreicht.
Keine Spur von Krise zu sehen. Können wir das Thema „Finanzkrise“ jetzt abhaken? War alles nur ein kleiner Ausrutscher? Wurden die Dinge wieder ins Lot gebracht durch den geballten Sachverstand und das beherzte Zupacken der Regierungen und Notenbanken? Haben diese Panik-Aktionen, wie jüngst das gigantische Euro-Rettungspaket, nun die Probleme gelöst?
Wir dürfen eines nicht vergessen: Sämtliche Rettungspakete und Konjunkturprogramme wurden mit Geld bezahlt, das niemand hat. All das ist auf Pump finanziert. Es wurden in ungeheurem Ausmaß Schulden angehäuft. Noch mehr Schulden, zusätzlich zu den schon existierenden Schulden. Kann das gut gehen? Können wir eine Verschuldungskrise dadurch lösen, dass wir noch mehr Schulden machen?
Wohl kaum. Es wurde nur eines erreicht: Die Regierungen haben Zeit gewonnen. Es wurde kein einziges Problem gelöst, die Lösung der Probleme wurde nur aufgeschoben.
Die Finanzkrise wird uns noch lange erhalten bleiben. Eine Krise, deren Ursache in einer gigantischen Verschuldung liegt, wird auch so lange bestehen, wie die Schulden bestehen. Eine scharfsinnige Analyse dieser Verschuldungs-Problematik findet man z.B. bei Finanzkrise-als-Chance.
Deshalb ist es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Zahlungsausfall kommt. Bis dahin dürfen wir uns Illusionen hingeben. Aber irgendwann wird uns die Realität wieder einholen. Dann kommen wir zurück auf den Boden der Tatsachen.
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