Jeder spricht heutzutage von Coaching!
Artikel (Nr.2138) wurde am 02.09.2010 veröffentlicht
Jeder spricht heutzutage von Coaching! Was verbirgt sich aber hinter diesem mittlerweile weit verbreiteten Anglizismus?
Nun, erst ein mal muss man feststellen, dass wahrscheinlich jeder schon einmal im Zusammenhang mit Sport von einem Coach gehört hat. Frei übersetzt ist hiermit der Trainer eines Teams gemeint, der Coach, der am Spielfeldrand steht und versucht, während der Partie seine Spieler durch Anweisungen auf die Gewinnerstrasse zu bringen.
Damit hat man auch schon den Kern des Coachings erkannt. Ein Coach macht es sich von Berufs wegen zur Aufgabe, seine Kunden, im Fachjargon Coachee genannt, auf die Gewinnerstrasse zu bringen. Coaching ist dabei ganz klar von therapeutischen Settings abzugrenzen. Man kann zur Erklärung jenes Bild vom Fahrrad fahren lernen heranziehen. Wenn ein Mensch Schwierigkeiten hat, Fahrrad fahren zu lernen, sucht der Therapeut gemeinsam mit dem Klienten nach der Ursache (Angst vor dem Unkontrollierten, Versagensängste, etc.) Ein Coach steht – bildlich gesprochen – neben dem Fahrrad und begleitet den Lernenden, unterstützt ihn durch sinnvolle Anregungen und achtet darauf, dass er nicht vom Fahrrad fällt.
Dabei kann es sich um klassische Einzelarbeit im Face-to-Face-Kontakt – altdeutsch: von Angesicht zu Angesicht – bis hin zu der Arbeit mit Teams und ganzen Organisationen, wie Firmen und Unternehmen, handeln.
Hier wäre man auch schon an der Schattenseite des Coachingwesens gelangt. Mit Coachen lässt sich nämlich unter Umständen gutes Geld verdienen. Dies führte dazu, dass vor ca. 10 Jahren ein wahrer Boom auf diesen Markt losbrach. Jeder, der sich einbildete, seinem Nachbarn mit einer guten Beratung erfolgreich zur Seite gestanden zu haben – „Soll es ein Bezinrasenmäher sein, oder doch besser ein Elektrischer?“ – pappte sich ein „Coach-Schild“ an die Bürotür und ließ sich selbst auf die Menschheit los. Dies kann bitter enden. Sowohl für den vermeintlichen Coach, der feststellen muss, dass die solventen Kunden aus wie auch immer gearteten Gründen ausbleiben, als auch für den ein oder anderen Coachee, den sein Ersuchen nach einem Veränderungs- und Beratungswunsch vielleicht doch genau durch diese Tür führte, nach einigen Terminen aber feststellen muss, dass er/sie in dem Bemühen nach Wandel nicht wesentlich weitergekommen ist.
Um als Coach erfolgreich – und zwar im Sinne erfolgreich für den Coachee – arbeiten zu können, bedarf es einer gewissenhaften Ausbildung und Qualifizierung. Der Deutsche Coaching Verband hält hier wertvolle Informationen bereit. Denn eines sollte jeder, der ein Coaching in Anspruch nehmen möchte, wissen: die Lösung steckt schon längst in ihm selbst! Ein guter Coach hilft lediglich, das Gerümpel, das den Blick dorthin versperrt, weg zu räumen!
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