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Artikel Übersetzen als Beruf |
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Übersetzen als Beruf
Artikel (Nr.254) wurde am 05.06.2007 veröffentlicht
Die Kunst des Übersetzens ist ein Jahrtausende altes Konzept und definiert im Allgemeinen ein Verfahren, durch welches der Bedeutungsgehalt eines Textes aus einer Sprache in eine andere übertragen wird.
Der Übersetzerberuf hat sich seit seinen Anfängen im alten Griechenland beständig weiterentwickelt, sowohl in technologischer Hinsicht als auch nach dem Dafürhalten der mit ihm in Verbindung stehenden Gebiete. Ursprünglich als Kunst der Gelehrten betrachtet, die religiöse Texte übersetzten, breitete sich das Übersetzen langsam in Literatur und Wissenschaft aus, bis es schließlich zu einem unentbehrlichen Bestandteil aller wichtigen kulturellen und ökonomischen Aspekte modernen Lebens wurde.
Der einträgliche, aber auch anspruchsvolle Beruf des Übersetzens erreichte den Höhepunkt seiner Popularität im 21. Jahrhundert aufgrund der Internationalisierung industrieller Belange und der damit verbundenen Notwendigkeit, die jeweiligen Kundenzielgruppen in deren Muttersprache anzusprechen. Gleichzeitig bewirkten der Druck der postmodernen Gesellschaft auf den Multikulturalismus und der Bedarf an Kommunikation und kulturellem Austausch unter den Nationen ein größeres Interesse an Übersetzung und Sprachen.
Der Beruf des Übersetzers bietet sich vor allem für Linguisten an. Zusätzlich zum flüssigen Sprechen wenigstens einer Fremdsprache muss ein künftiger Übersetzer außerdem über verschiedene Fähigkeiten verfügen, darunter:
- lückenloses Verständnis und Beherrschen sowohl der Ausgangssprache (d.h. der Sprache, aus der er/sie übersetzt) als auch der Zielsprache (d.h. der Sprache, in die er/sie übersetzt), einschließlich Grammatik und Vokabular dieser beiden Sprachen
- Kenntnis des kulturellen und sozialen Umfelds der Zielsprache
- Fachkenntnisse auf einem oder mehreren Gebieten (Technik, Recht, Finanzen, Handel, Literatur, usw.)
- und nicht zuletzt – wahres Schreibtalent
Übersetzen wird fälschlicherweise häufig als Prozess verstanden, dessen Ziel darin liegt, die genaue Entsprechung eines Wortes in der Zielsprache zu finden. Da jedoch Übersetzung etymologisch als Verfahren definiert wird, durch welches der Bedeutungsgehalt eines Textes aus einer Sprache in eine andere übertragen wird, liegt der Schwerpunkt auf dem Dekodieren und erneuten Kodieren einer Botschaft und nicht etwa auf einem Übersetzen Wort für Wort.
Ein Übersetzer sollte in der Lage sein, einen Text in einer Weise zu interpretieren und zu formen, die seinen ursprünglichen Ton erhält, aber zudem den kulturellen und linguistischen Hintergrund seines Lesers berücksichtigt.
Was diesen Ideentransfer aus einer Sprache und Kultur in eine andere angeht, können sich dem Übersetzer mehrere sprachliche Hindernisse in den Weg stellen. Zu den gebräuchlichsten gehören Neologismen, Jargon, Abkürzungen, Slang, Redensarten und Stilelemente.
Heutzutage kommen Übersetzern sowohl verschiedene Nachschlagewerke als auch Sprach- und Übersetzungs-Tools zu Hilfe. Ein Übersetzer kann auf eine ständig wachsende Palette von Übersetzungshilfen zurückgreifen, angefangen beim gewöhnlichen Wörterbuch (von einer Sprache in die andere, Synonymwörterbuch / Antonymwörterbuch, Thesauren) bis hin zu der neuesten Übersetzungssoftware sowie Online-Tools für verschiedene Sprachen.
Unter Übersetzern herrscht die Tendenz, sich auf ein bestimmtes Wissensgebiet zu spezialisieren, um die Übersetzungsarbeit sorgfältig zu meistern und sich erstklassige Erfahrungen anzueignen. Während sich die einen stärker für das Übersetzen „präziser“ Texte (technisch, juristisch, Finanzen oder Handel betreffend usw.) interessieren mögen, zieht es andere in das Reich der mehrdeutigeren und freieren Literaturübersetzung.
Nachdem es einem ehrgeizigen Übersetzer gelungen ist, sich vertrauenswürdige Empfehlungen verschiedener Kunden zu erarbeiten und ein gewisses Maß an Wissen und Können durch geschätzte Übersetzungen aufzubauen, kann er/sie sich bei einem Übersetzungsunternehmen um eine Stelle bewerben. Übersetzungsunternehmen erwarten in der Regel eine mehrjährige Übersetzungserfahrung (vorzugsweise mit einer Spezialisierung auf ein bestimmtes Wissensgebiet) und testen alle Bewerber gründlich.
Die Arbeit als Freiberufler bietet dem Übersetzer die Freiheit, Projekte auszuwählen, die er/sie bearbeiten möchte und gemäß seines/ihres eigenen Terminplans zu arbeiten, erfordert jedoch eine intensive Mitwirkung und sorgfältige Aufmerksamkeit beim Finden von potenziellen Kunden und Überzeugen dieser Kunden von der Qualität des von einem selbst angebotenen Services.
Übersetzen, ein Beruf, den viele anstreben, aber nur wenige tatsächlich meistern, hat schon immer eine entscheidende Rolle in der sozioökonomischen Entwicklung der Welt gespielt (und wird dies höchst wahrscheinlich auch weiterhin tun). Trotz der als Bedrohung empfundenen jüngst veröffentlichten Software zur maschinellen Übersetzung und der fortwährenden Tendenz zur Vereinfachung und Beschleunigung aller Prozesse bleibt die Übersetzung durch Menschen die zuverlässigste und beliebteste Form des Übersetzens.
Übersetzung Deutsch Englisch
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