Wahr-Nehmung
Artikel (Nr.2609) wurde am 26.11.2010 veröffentlicht
Liebe Leserin, lieber Leser,
wir benutzen die Wortsilbe z.B "wahr" in den Zusammensetzungen Wahrheit und Wahrnehmung.
Beim Wort Wahrheit haben wir es mit etwas zu tun, das in einer gewissen Weise ist - und in keinem Fall anders. Man kann über die Wahrheit nicht diskutieren. Ist jemand anderer Meinung, gehen wir davon aus, dass er die Sache nicht richtig verstanden hat oder lügt.
Beim Wort Wahrnehmung kommt die Silbe „nehmung“ hinzu. Nehmen – das ist eine Aktivität. Wir nehmen Nahrung zu uns, sowohl körperlich als auch geistig. Dabei kann diese Aktivität automatisch, unbewusst oder bewusst erfolgen. Automatisch z.B. beim aufnehmen von Sonnenstrahlen. Unbewusst nehmen wir manches der Werbung auf, worauf sie ja auch abzielt. Bewusst entscheiden wir uns, etwas zu essen oder einen bestimmten Text zu lesen (so, wie Sie im Moment meinen Artikel lesen).
Das bewusste Nehmen beinhaltet sehr große Möglichkeiten für uns – wir können auswählen.
Dieses Wissen, kombiniert mit dem Wort Wahrnehmung vergrößert unseren Handlungsspielraum weiter. Wir können davon ausgehen, dass Wahrnehmung das ist, was wir als wahr nehmen. Wir geben durch die Interpretation von etwas, diesem einen Wahrheitsgehalt. Wie verschieden das ist und dass es nicht nur eine Wahrheit gibt erkennen Sie, wenn Sie an die verschiedenen Aussagen von Glaubensrichtungen denken. Jede Richtung nimmt für sich in Anspruch, dass das was sie wahrnehmen auch die Wahrheit ist.
Wenn es aber hier so viele verschiedene Wahrnehmungen gibt und wir wissen, dass wir zu einem Teil bewusst etwas wahrnehmen können (indem wir uns z.B. auf eine schöne Blume am Straßenrand konzentrieren, anstatt auf den Gestank der Autos), können wir sie auch lenken. Und lenken bedeutet auch eine Vergrößerung des Wahrgenommenen. Denken Sie nur ans Kino. Wenn der Film für Sie interessant ist, werden Sie für die Zeit vom Film vergessen, dass Sie im Kino sitzen. Sie nehmen den Inhalt des Films als „wahr“ an. Er ist für diese Zeit ein Teil Ihres Lebens.
Nutzen Sie es aus! Entscheiden Sie sich aktiv dafür, das wahr-zu-nehmen, was Sie in Ihrem Leben Ihren Wünschen und Zielen näher bringt.
Um so mehr Sie sich sich mit diesen Themen beschäftigen, um so mehr nehmen Sie sie wahr und um so mehr Platz nehmen sie in Ihrem Leben ein.
Gregor Peters
|