Von Mendel bis zum zum Humane Genome Project
Artikel (Nr.262) wurde am 06.06.2007 veröffentlicht
Der österreichische Mönch Gregor Mendel war Naturliebhaber und Pflanzenzüchter. In die Schulbücher ist seine Vererbungslehre eingegangen, eine Entdeckung, die Mendel als erster festhielt.
Bei der Kreuzung von verschiedenfarbigen Blumen stellte er die Regelmäßigkeit fest, mit der sich die Farbgebung der nächsten Generation aus der Farbe der beiden Elternpflanzen feststellen ließ. Waren sowohl Vater- als auch Mutterpflanze gleich gefärbt, war auch das Resultat der Fortpflanzung identisch. Bei verschiedenfarbigen Eltern ergeben sich im Wesentlichen zwei Konstellationen:
Eine Eigenschaft kann dominant vererbt werden, so dass die schwächeren Eigenschaften im Lauf mehrer Generationen verschwinden, oder die konkurrierenden Eigenschaften werden mit statistisch gleicher Häufigkeit auf die Kinder übertragen.
Menschliche Eltern vererben zum Beispiel die dunkleren Haarfarben dominant. Interessanteste Konsequenz aus dieser dominanten Vererbung: Es gibt weniger und weniger Spaß auf der Welt, weil seit der Zeit von Marylin Monroe klar ist: “Blondes have more fun!” Weniger Blondinen, weniger Spaß…
Welche Eigenschaften ein Kind von Vater und Mutter vererbt bekommt, und welche persönliche Merkmale sich durch die freie Entscheidung oder die Einflüsse der Umwelt unabhängig von der ererbten Information entwickeln können, ist Gegenstand von teils heftigen Debatten. Als Testsubjekte dienen dafür oftmals getrennt aufgewachsene ein-eiige Zwillinge, deren Erbgut übereinstimmt. Übereinstimmen scheinen aber alle Wissenschafter bei der Aussage, dass körperliche Merkmale wie die Gesichtsform oder eine schlanke Figur zu großen Teilen vererbt sind.
Spätere Forschungen fanden als Träger der Erbinformationen eine Ansammlung von Säurebausteinen, die im Kern jeder einzelne Zelle eines Organismus zu finden ist. Damit reicht also eine einzige Zelle eines Lebewesens, um seine gesamten “Bauplan” zu kennen.
Die Erbinformation des Menschen entsteht aus der individuellen Kombination dieser Bauplan-Bausteine, der Gene. Die Vielfalt der möglichen Kombinationen ist so hoch, dass der genetische “Fingerabdruck” jedes Menschen einzigartig ist. Zu Nutze macht sich diese Eindeutigkeit neben den Verbrechensbekämpfern in ihren Labors auch die Anbieter von Vaterschaftstests, die mit Abstrichen aus der Schleimhaut oder Speichelproben und der darin enthaltenen DNA von Kind, Vater und Mutter sehr einfach die Vaterschaft feststellen können.
Die vollständige Entzifferung der menschlichen Erbinformation war auf Grund der Vielzahl möglicher Kombinationen lange Zeit unvorstellbar. Erst 2001 wurde die gesamte Sequenz nach einer elfjährigen Laufzeit im “Human Genome Project” entschlüsselt.
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