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   Artikel Oh je, was für ein Drama
Oh je, was für ein Drama
Artikel (Nr.2699) wurde am 10.12.2010 veröffentlicht

Oft kann man die Enttäuschungen des Lebens nicht von den Kindern fern halten, abgesehen davon, dass man das sowieso nicht tun sollte. Nur tut es oft der Mutter genauso weh, wie den Kindern.

Meine Mäuse (wer schon ein paar Sachen von mir gelesen hat, weiß, dass hier meine Zwillinge gemeint sind), haben heute eine geschlagene Stunde von der Schule nach der Mittagsbetreuung nach Hause gebraucht, obwohl die Schule nicht ganz einen Kilometer entfernt ist. Da macht man sich schon Sorgen, aber man will ihnen ja auch ihre Freiheiten lassen. Sie waren noch am Schlittenberg und sind mit den anderen Kindern noch ein paar Mal den Hang hinunter gerutscht. Schnee ist für Kinder einfach was Tolles. Sie erzählten voller Begeisterung, wie schön das war, und dass sie auch gleich wieder mit ihren Freundinnen spielen wollten. Ich bremste sie ein bisschen und machte ihnen erst einmal ein paar Nudeln mit Tomatensoße und einen Tee zum Aufwärmen.

Meine Erstgeboren wurde dann von einer Freundin angerufen, da sie aber schon etwas anderes ausgemacht hatte, sagt sie ab. Doch leider sagte diese Freundin dann ab. Das war schon schlimm genug, versetzt zu werden, aber das ging ja noch… Viel Schlimmer wurde es aber erst, als meine Erstgeborene dann doch mit der Freundin spielen wollte, die vorher anrief und diese dann aber auch nicht mehr da war - aber das ging ja auch noch… Doch als dann meine zweitgeborene mehr Glück hatte und außer Haus ging um mit dieser zu spielen, brach für meinen kleinen Schatz eine Welt zusammen. Sie schluchzte und weinte wirklich herzzerreißend. Nach minutenlangem Zureden, konnte ich sie davon überzeugen mit mir Einkaufen zu fahren, aber sie heulte und heulte und konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Erst als sie beim Metzger ihre Lieblingswurst bekam - sie denken jetzt bestimmt das sei eine Gelbwurst, aber nein, es war ein Chlilli-beißer also wirklich was scharfes – hörten die Tränen endlich auf zu fließen. Trotzdem, die Enttäuschung als Ersatz die Mutter nehmen zu müssen, war immer noch da. Also versuchte ich sie abzulenken.

Ich hatte keinen Chip für den Einkaufswagen und auch keinen Euro. Wir trafen also eine Vereinbarung. Sie solle zum Bäcker nebenan gehen und die drei Sachen kaufen, die ich braucht, beim Zahlen aber darauf achten, dass sie mindestens einen einzelnen Euro als Rückgeld bekomme. Ich gab ihr auch den Autoschlüssel, dass sie die Sachen im Anschluss ins Auto bringen konnte. Mit dem Euro sollte sie dann einen Einkaufwagen holen und in den Discounter kommen, wo ich in der Zwischenzeit mit dem Einkauf begonnen hatte. Ich dachte, dass so viele Anweisungen auf einmal zuvie lfür sie seien. Ich vermutete, dass sie vielleicht den Geldbeutel beim Bäcker vergisst oder im Auto einsperrt, oder eine Sache vom Bäcker vergisst, oder ohne Wagen in den Discounter kommt, oder, oder, oder…

Aber wie sie schon vermuten, sie hat alles richtig gemacht, ich war sehr stolz auf sie und ließ sie das auch durch überschwängliches Lob spüren. Endlich strahlte ihr hübsches Gesicht wieder und sie hörte gar nicht mehr auf mir die Dinge zu holen, die ich aus dem Discounter benötigte. Auch zu Hause half sie sehr fleißig die Sachen aus dem Auto zu tragen und sie räumte alles alleine in den Kühlschrank. Ich belohnte ihren Fleiß dann mit einem Vögelchen (unser Belohnungssystem, aber das ist eine andere Geschichte…) und sie freute sich riesig ein Vögelchen verdient zu haben mit einer Arbeit, die auch noch Spaß gemacht hat. Sie war richtig glücklich und konnte es gar ich abwarten, bis ihre Schwester nach Hause kam, um ihr von allem erzählen zu können. Als ich meine zwei Mäuse dann ins Bett brachte und den Tag nochmal Revue passieren ließ, fragte ich meine Erstgeborene: „Und Süße, war das heute so schlimm mit Mama einkaufen gehen zu müssen anstatt mit deiner Freundinnen zu spielen?“

Worauf sie antwortete: „Mama, du bist doch auch meine Freundin und ich habe dich lieb!“ Nun sagen Sie mal selbst - kann es einen schöneren Abschluss für einen Tag geben? tipp-mundo.de

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