Apfelwickleregulierung im Ökologischen Obstbau
Artikel (Nr.301) wurde am 16.07.2007 veröffentlicht
Der Apfelwickler (Cydia pomonella) zählt zu einem der
bedeutendsten tierischen Schaderreger im Obstbau. Der Schaden geht von der Larve des Apfelwicklers aus. Diese schlüpft
aus dem Ei, das ein begattetes Weibchen zuvor auf einem Blatt oder einer Frucht abgelegt hat. Nach dem Schlupf dringt die Larve
in die Apfelfrucht ein und frisst sich bis zum Kernhaus vor.
Ein Apfel, der von einer Apfelwicklerlarve befallen wurde ist unverkäuflich. Im ökologischen
Obstbau erfolgt die Regulierung des Apfelwicklers durch ein natürlich vorkommendes Virus, das Apfelwicklergranulosevirus. Die
Wirkung des Apfelwicklergranulosevirus entwickelt sich nach Aufnahme durch Fraß. Es wirkt selektiv nur gegen den Apfelwickler, so
dass der Einsatz als besonders umweltschonend angesehen werden kann.
Zugleich ist das Virus hochwirksam, so dass beispielsweise bereits eine Konzentration von 100-150 ml pro Hektar des Handelsproduktes
Madex eine sehr gute Wirkung zeigt. Da das Virus nur gegen die ganz junge Raupe wirkt, müssen die Pflanzenschutzbehandlungen in
regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Aus dem konventionellen Apfelanbau ist schon seit längerer Zeit bekannt, dass
der Apfelwickler sehr anpassungsfähig ist. Die Folge ist, dass immer wieder die Ausbildung von Resistenzen gegen bestimmte
Pflanzenschutzmittel zu beobachten ist. Diese Beobachtung konnte in jüngster Vergangenheit auch beim Apfelwicklergranulosevirus
gemacht werden.
In einem Forschungsprojekt sollen nun die Ursachen erforscht und mögliche Strategien für die Praxis entwickelt werden. Das
Projekt trägt den Titel „Management der Minderempfindlichkeit von Apelwicklerstämmen gegenüber dem
Apfelwicklergranulovirus“. An dem Projekt sind folgende Forschungseinrichtungen und Organisationen beteiligt: DLR Rheinpfalz,
Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau e.V., Universität Hohenheim, Biologische Bundesanstalt Darmstadt und Max Plank
Institut für chemische Ökologie Jena. Das Forschungprojekt wird finanziert durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau.
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