Heka - Die Zauberkraft in der Ägyptischen Religion
Artikel (Nr.319) wurde am 23.07.2007 veröffentlicht
Der Begriff heka bezeichnet in den ägyptischen Texten sowohl das Konzept der Magie wie den Magier selbst als auch den Gott der Magier, Heka.
Das Wort heka stammt vermutlich vom Verb hwi-ka ab, das soviel bedeutet wie das Entfachen (hwi) der Lebenskraft (ka). In seiner praktischen Bedeutung entspricht heka der Weihung oder Aufladung des Abbildes eines Gottes, einer für die ägyptische Religion zentralen kultischen Praxis.
Dem entspricht eine andere Ableitung des Wortes heka aus der Wortwurzel khu, das soviel wie „wirken“ oder „scheinen, strahlen“ bedeutet. Diese ausstrahlende Wirkung heka ist eine der drei Schöpfungsmächte des Sonnengottes, neben hu, dem schöpferischen Ausspruch, und sia, der planenden Einsicht. Diese drei Schöpfungsmächte beschreiben auch die Handlungen und Aufgaben der Tempelpriester. Die täglich zelebrierten Rituale in den ägyptischen Tempeln rekapitulieren im wesentlichen den ursprünglichen Schöpfungsprozess. Dem Abbild des Gottes wird täglich neues Leben eingeflößt, wobei die Priester als Stellvertreter des Pharaoh auch als Stellvertreter des Schöpfergottes fungieren.
Der oberste Priester ist der Pharaoh, dessen theologische Funktion in Beinamen wie „das lebende Abbild des Amun-Re“ beschrieben wird. Der Pharaoh vertritt den Schöpfergott, wie die Tempelpriester den Pharaoh stellvertreten. Heka wird auch als das ba, die Seele, des Schöpfergottes aufgefasst. Der Priester-Pharaoh nimmt im Ritual also die Rolle des Schöpfer- bzw. Sonnengottes ein, der der Statue der Gottheit mittels seiner heka Leben einhaucht. Diese funktionale Identität mit dem Sonnengott macht den ägyptischen Priester zum Magier, der mit der göttlichen Schöpferkraft operiert.
www.magie3000.de
|