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   Artikel ADS-Modekrankheit oder ernstzunehmende Störung?
ADS-Modekrankheit oder ernstzunehmende Störung?
Artikel (Nr.440) wurde am 30.09.2007 veröffentlicht

ADS ist heute in aller Munde. Die Abkürzung steht für Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Sie tritt in zwei Erscheinungsformen auf. Zum einen als ADHS, hier kommt noch zusätzlich eine Hyperaktivität dazu. Von der Aufmerksamkeitsdefizistörung sind Kinder und Erwachsene gleichermaßen betroffen. Sie wird jedoch häufiger bei Kindern diagnostiziert, weil diese oft in der Schule auffälliges Verhalten zeigen. Nicht immer sind die Betroffenen unruhig und zeigen erhöhte Mobilität. Die Störung kann sich auch durch auffälliges Tagträumen und Rückzugstendenzen zeigen. ADS-Betroffene sind leicht ablenkbar und bringen für ungeliebte Aufgaben nur ein geringes Durchhaltevermögen auf. Sie können jedoch volle Konzentration für Aufgaben, die sie gerne machen, zeigen und diese mit sehr gutem Ergebnis erledigen. Positive Begleiterscheinungen der Erkrankung sind häufig eine große Kreativität, eine ausgeprägte Fantasie und eine überdurchschnittliche Intelligenz. Neben der erhöhten Ablenkbarkeit ist oft eine leichte Reizbarkeit mit niedriger Aggressionsschwelle zu beobachten. Noch vor wenigen Jahren wurde ADHS als "Modekrankheit belächelt. Es sind jedoch 3 – 10 % der Kinder im schulfähigen Alter von der Störung betroffen, Jungen mehr als Mädchen. Die Diagnose von ADS/ADHS, ist meist schwierig und vielschichtig. Langzeitbeobachtungen, spezielle Testverfahren und die Einbeziehung von psychosozialen Faktoren und Umweltbedingungen machen erst eine sichere Diagnose möglich. Die ADS/ADHS lässt sich schwer diagnostizieren. Dazu sind Langzeitbeobachtungen und spezifische Tests erforderlich sowie eine genaue Beobachtung der äußeren psychosozialen Faktoren und Umweltbedingungen. Eine Reizüberflutung durch äußere Einflüsse, wie Fernsehen und andere Medien, wird diskutiert. Fakt ist, dass auch die deutlichen erhöhten Anforderungen an den Einzelnen eine nicht unerhebliche Rolle spielen und zur Überforderung führen können. ADHS-Patienten fällt es schwer, ihren normalen Tagesablauf zu strukturieren. Bei Aufgaben in Bereichen, wo sie Spezialisten sind, können sie hingegen perfekt organisieren. Bei ca. 50% der untersuchten ADHS-Betroffenen zeigte sich eine genetische Auffälligkeit der neuronalen Signalverarbeitung im Gehirn, was die These von erblich bedingten Ursachen stützt. An großen amerikanischen Universitäten wurden ADHS-Patienten befragt und dabei kam heraus, dass die Entwicklung des Krankheitsbildes einmal davon abhing, in welchem Alter die Diagnostik der Erkrankung erfolgte und wie das Umfeld bis zum Zeitpunkt dieser Diagnosestellung reagierte. Werden Betroffene nicht behandelt, stehen sie sowie ihre Angehörigen unter einem enormen Leidensdruck. Da Außenstehende oft kein Verständnis für die Krankheit aufbringen, haben die Kinder Versagensängste oder entwickeln zusätzliche psychische Störungen. Bei der medikamentösen Behandlung sind Standardmedikamente, wie Ritalin, stark in der Diskussion. Das Medikament schlägt zwar bei einer bestimmten Schwere der Erkrankung zum Teil gut an, hat aber auch manchmal starke Nebenwirkungen. Die Kinder werden schläfrig und phlegmatisch. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass Ritalin dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt und damit eine hohe Abhängigkeitsquote besteht. Deshalb wird neben der medikamentösen Therapie auch auf Verhaltenstherapie und andere psychologische Therapieformen gesetzt. Außerdem trägt ein schönes Umfeld auch zur Verbesserung der Symptomatik bei.
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