Von der Auferstehung
Artikel (Nr.4489) wurde am 17.10.2011 veröffentlicht
Holger R. liebte die Berge und hatte allen Grund, dieses Jahr besonders auf seinen Urlaub zu warten. Nicht nur hatte er hart gearbeitet, weil er seine Arbeit liebte. Zudem hatte er es dieses Jahr besonders eilig, weit von zuhause weg zu fahren eines besonderen Vorfalles wegen. Davon wird gleich noch zu sprechen sein. Holger R. buchte also eine Woche im Hotel Vienna Danube und eine Woche im Innsbruck Hotel.
Die Sache war die. Holger R. war ein begeisterter und gewissenhafter Hundezüchter. Über Jahre hatte er einen gut florierenden Handel mit Shäferhunden betrieben. Zudem war er ständig Gast bei Ausstellungen und hatte nicht selten beste Preise gewonnen.
Holger R. hatte eine Familie mit drei Kindern, einen riesengrossen Garten mit Auslauf für seine Hunde und wunderbare Nachbarn, mit denen er sich vorzüglich vertug und nicht selten mit ihnen feierte.
Nun begeb es sich, dass eines schönen Tages einige seiner Hunde angelaufen kamen und etwas wuscheliges vor seine Füsse legten. Und weil Holger R. seine Nachbarn gut kannte, sah er das Dilemma. Seine Hunde hatten doch tatsächlich einige Tierchen aus der Karnickelzucht eines dieser guten Menschen getötet!
Nun war guter Rat teuer. Holger R. überlegte lange und handelte dann schnell. Er nahm die getöteten Tierchen und wusch sie in der Badewanne sauber, denn sie sahen allzu verzaust und schmutzig aus. Dann wartete er bis zur Nacht und legte die armen Toten zurück in den Stall des Nachbarn. Ein wenig betrübt ging dann Holger R. schlafen.
Doch Gottes Mühlen mahlen langsam, sagt der Volksmund. Am nächsten Abend kam der Nachbar aufgeregt zu ihm und berichtete aufgeregt, er würde die Welt nicht mehr verstehen. Es wären doch einige seiner kleinen Karnickel verstorben, und dann habe er sie in seinem Garten verbraben. Nun jedoch, so der Nachbar, nun hätten sie wieder, zwar tot, aber frisch gewaschen, in seinem Stall gelegen! Ob er das nicht seltsam fände, wollte er von Holger R. wissen und schüttelte, nach einer Flasche Bier fragend, seinen Kopf. Ja, seltsam, hat Holger R. geantwortet. Plötzlich brauchte er nun alle Kraft, um keinen Lachanfall zu bekommen. Ob er je darüber sprechen würde, war ihm zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Mal sehen, dachte er und ist, zum Glück, am nächsten Tag in den Urlaub gefahren.
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