Atopisches Ekzem
Artikel (Nr.457) wurde am 30.09.2007 veröffentlicht
Neurodermitis äußert sich in stark juckenden, oberflächlichen Entzündungsherden der Haut. Die
Krankheit kann bei jedem Patienten anders verlaufen und sich unterschiedlich ausprägen.
Neurodermitis beginnt meist schon im Säuglingsalter und
lässt auf die vererbte Bereitschaft, auf bestimmte Allergene besonders empfindlich zu reagieren, schließen.
Es besteht jedoch eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich das atopische Ekzem während oder nach der
Pubertät „auswächst“. Die Krankheit tritt besonders in emotional belastenden Lebenssituationen, in immer wiederkehrenden Schüben auf.
Ein weiterer Auslöser können bestimmte Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Zitrusfrüchte, Eiklar und Milchprodukte
sein. Auch andere Faktoren, wie Wollbekleidung, bestimmte Kosmetikprodukte oder allergiesierende Chemikalien können
Verursacher sein. Das Baden in Süßwasser kann die Erkrankung verschlimmern, während Baden in Meerwasser eher
zu einer Verbesserung führt.
Der heftige, in Phasen auftretende Juckreiz ist typisch für die Neurodermitis. Er führt häufig zum
Zerkratzen der Haut. Mögliche Folgen sind oft schwere Hautschäden und eine erhöhte Gefahr von zusätzlichen
Infektionen. Durch die Erkrankung sind Betroffene und ihre Familien meist stark belastet. Vor allem Kinder leider nachts unter
dem unerträglichen Juckreiz. Das Zusammenleben der ganzen Familie kann empfindlich gestört werden. Weil emotionaler
Stress die Beschwerden verschlimmert, oder sogar auslöst, entsteht hier oft ein Teufelskreis, der Psyche und Haut
gleichermaßen belastet. Neurodermitis kann auf psychischer Ebene zu einer Verringerung des Selbstwertgefühls,
sozialem Rückzug und sogar zu Depressionen führen. Das Erlernen verschiedener Entspannungstechniken und ggf. die
Inanspruchnahme von psychotherapeutischer Hilfe, kann hier sehr hilfreich sein.
Neurodermitis schädigt den Säureschutzmantel der Haut und
stört so das empfindliche Gleichgewicht. Am häufigsten sind Kniekehlen und Armbeugen betroffen, jedoch
können auch Hals und Gesicht Ekzem-Stellen aufweisen. Erkennungsmerkmale, welche auf eine Neurodermitis-Erkrankung
hinweisen sind vergröberte Hautfalten, ausgedünnte Augenbrauen und eine doppelte Lidfalte. Die Haut reagiert
auf Zerkratzen mit weißen, anstatt mit roten Streifen.
Da die Haut von Neurodermitis-Patienten ohnehin sehr empfindlich ist sollte sie nicht noch zusätzlich mit
Kosmetikprodukten belastet werden. Klares Wasser, in mittlerer Temperatur genügt meist zur Reinigung. Nach der
Reinigung benötigt die Haut eine Pflegelotion. Spezielle Therapien mit Licht, äußerliche Anwendung von
harnstoff- und kortisonhaltigen Salben kann zur Linderung der Beschwerden beitragen. Ein mehrwöchiger Aufenthalt
in einem hautgünstigen Klima (Nordsee, Hochgebirge) kann die Krankheit für längere Zeit zum Stillstand
bringen, oder auf jeden Fall die Beschwerden deutlich verbessern.
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