Hölzerne Malgründe
Artikel (Nr.604) wurde am 31.12.2007 veröffentlicht
Über Generationen hinweg war Holz der wichtigste existierende Bildträger in der Malerei. Ohne diesen Werkstoff wären viele
Auftragsarbeiten in der Kunst bis weit ins 17. Jahrhundert gar nicht möglich
gewesen. Holz ist ein einzigartiger Rohstoff und verlangt einen langwierigen Trocknungsprozess. Immer wieder kann es auf Temperatur- und
Luftfeuchtigkeitswechsel reagieren. Somit werden hohe Anforderungen an Auswahl, Lagerung, Verarbeitung und Aufbewahrung dieses Rohstoffes
gestellt. Kunsthandwerker sind von Beginn der Nutzung an mit dieser Problematik vertraut und entwickelten im Laufe der Zeit immer neue
Umgangsweisen mit diesen natürlichen Voraussetzungen.
So ist die Auswahl der für den Verwendungszweck geeigneten Holzart genau wie bei
Skulpturen von hoher Wichtigkeit. In der Regel wurde von Künstlern
Holz aus der jeweiligen Region verwendet, denn ein Holztransport war auf damals schlecht befestigten Wegen über größere
Entfernungen fast nicht möglich. Künstler auf Reisen nutzten bisweilen regionaltypische Hölzer aus denselben Gründen.
Gerade in der italienischen Malerei wurden in zunehmender Weise großformatige Bilder gemalt. Dafür war es nötig, mehrere
Holzplatten miteinander zu verleimen. Dafür eigneten sich Mittelbretter des Holzstammes, die sich in der Regel später nicht oder
kaum verziehen.
Die Problematik des Untergrundes aus lebendem Werkstoff führte zusammen mit der Nachfrage nach immer größer werdenden
Formaten schließlich zur Wegdrängung der Holztafel als Bildträger. Mit modernen Mitteln hergestellte Holzwaren bieten in
der Gegenwart aber sinnvolle Alternativen unter weitgehendem Ausschluss der angeführten Eigenschaften.
Fertig grundierte Platten aus Holz in Verbindung mit kaschiertem Gewebe verfügen über gleiche Eigenschaften wie Hartfaserplatten.
Sie sind relativ leicht, stabil und lassen sich Platz sparend lagern.
Eine Malplatte aus Holz bietet die Möglichkeit, mosaikartige Bildkompositionen herzustellen. Sie werden wie andere Holzobjekte
grundiert und erlauben alle gängigen Techniken der Malerei. Auch auf Metallplatten wurden Versuche in der Malerei gemacht. Die
Etablierung von Drucktechniken mit Metallplatten bildete sicher die Voraussetzung dafür, dass beispielsweise Kupfer vorübergehend
auch eine entscheidende Rolle in der Miniaturmalerei spielte. Dabei war Vorzug und Verlockung für den Miniaturisten eindeutig die
Glätte und die hervorragende Oberflächengüte des Kupfers, die eine emailartige Bemalung zulässt.
|