Uhren im Wandel der Zeit Das Gehaeuse der Armbanduhr, mehr als nur schützender Mantel
Artikel (Nr.762) wurde am 19.04.2008 veröffentlicht
Das Gehäuse entwickelt sich zu einer technischen Herausforderung
Bekanntlich können die Uhren und ganz besonders die Armbanduhr,
ihre Verwandtschaft zum Schmuck und im Falle der Armbanduhren zum Armreif bzw. zum Armband nicht verleugnen. Aus diesem Grunde
versuchten die Formschöpfer, heute würde man Designer sagen, immer neue Formen zu finden. Die Gestaltung einer solchen
Kollektion ist ja letztlich auch ein wichtiger Punkt für den Verkaufserfolg eines Produkts. Diese Vielfalt der Formen kann
man bereits im 19. Jahrhundert bewundern, als die Uhr eigentlich das Privileg der gehobeneren Klassen war.
Für den „Konstrukteur“ ergibt sich mit der Abweichung von einfachen, runden Formen jeweils eine besondere
Aufgabenstellung. Das Innenleben, also Spiralfeder, Unruhwelle und Zahnräder mussten auf kleinstem Raum untergebracht
werden. Im Gegensatz dazu sollte in einem größeren Gehäuse nicht zu viel Platz verschenkt werden. Allerdings
ergab ein größeres Raumangebot auch die Möglichkeit für den Einbau weiterer Funktionen. Die Vielfalt der
Formen war schon immer mit dem jeweiligen Zeitgeist und dem davon abhängigen Stilgefühl verbunden. Besonders bei
Herrenuhren kann man feststellen, dass es Zeiträume gibt, in denen
auffällig große und dickere Uhren getragen und verkauft werden. Nach ca. 10 Jahren ist solch eine Moderichtung
oftmals wieder vorbei und die Tendenz geht zur sehr flachen, ja sogar dünnen Uhr.
Ob nun rund oder rechteckig, ob dreieckig oder quadratisch, allen Formen war die Schwierigkeit gegeben, dass das Gehäuse
möglichst „dicht“ sein sollte. Die Uhren sollten gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt sein.
Ganz zu schweigen von der Empfindlichkeit gegen Fall oder Stoß . Alle Gehäusekonstruktionen hatten das Problem der
Abdichtung zwischen den Berührungsflächen der festen Gehäuseteile, sowie die Abdichtung zwischen Gehäuse
und beweglichen Teilen wie zum Beispiel die Aufzugskrone. Es lag nahe, die Abdichtung durch Gehäuseteile zu erreichen,
die ineinander verschraubt waren. Da sie aus zwei oder mehreren Schalen bestehen erhielten sie von ihrem Hersteller den
Produktnamen „Oyster = Auster“. Die Konstruktion und der Name wurden zum Patent angemeldet und verhalfen schon
ab 1926 zum Siegeszug der wasserdichten Uhren.
Einer der namhaftesten und bekanntesten Uhrenhersteller ließ im Januar 1960 eine Armbanduhr an der Außenhaut des
U-Bootes „Trieste“ befestigen. Das U-Boot tauchte bis zu einer Tiefe von 10916 Meter und die Uhr funktionierte
hinterher immer noch einwandfrei.
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