Ordnung muß sein…...
Artikel (Nr.86) wurde am 02.01.2007 veröffentlicht
Am Anfang war das Bestreben, sich im besten Licht erscheinen zu lassen. Deshalb putzt Frau sich für eine Begegnung in seinem Eigenheim ordentlich raus - mit allen Tricks und Raffinessen (sprich: gehörig Farbe und Figuroptimizern), die die Optik auf die Schnelle etwas aufpolieren.
Frau stellt also ihr eher zweckmäßiges Gefährt neben die gehobene Klasse in seiner Einfahrt und strebt auf hochhackigen Pumps (selbige sollen die gesamte Erscheinung erotisch, schlank und langbeinig erscheinen lassen) dem Eingang zu.
Das Summen des Türöffners lässt die Tür auf springen und Frau schreitet wahrhaft königlich über die Schwelle. Ein etwas verfrühter Einsatz, zugegeben, denn es ist so, dass das Objekt der Begierde eine Dachmansarde bewohnt. Aber gut – man kann ja nie wissen, wem man im Treppenhaus begegnet, nicht?
Vermutlich aus Gründen der Romantik verkneift man(n) sich ein freudiges Entgegenkommen und wartet geduldig in seiner Wohnung hinter geschlossener Tür auf sein Überraschungspaket.
Frau macht sich also alleine an den Aufstieg. Mangelndes Training und ungeeignetes Schuhwerk lassen sie sich schon nach dem ersten Stockwerk an den Handlauf klammern und für diesen Augenblick eher Queen-Mumm (Gott hab sie selig) ähneln.
Noch immer verschanzt er sich hinter der Tür und niemand blickt erwartungsvoll von oben über das Treppengeländer auf sie herab. Sehr rücksichtsvoll. Oder hat ihn das unkontrollierte Röcheln etwa verschreckt?
Oben angekommen hat Frau gerade noch Zeit, sich wieder aufzurichten und neu zu formieren, bis sich die Tür öffnet. Die Modalitäten der Begrüßungszeremonie (Kuss, beidhändiges und zielorientiertes Zupacken an Busen und Hintern) wurden bereits zu einer anderen Gelegenheit abgeändert und gestaltet sich nun so:
Bussi, zärtliche Umarmung mit Rechts, gleichzeitiges Wedeln mit den in der linken Hand befindlichen Gästepantoffeln aus ordinärem, mausgrauen Filz (ihr wisst schon, jene flachen Treter, bei denen sich die Fersen weit unter Zehenniveau befinden und jeglichen majestätischen Anmut bereits im Vorfeld zunichte machen!).
Und für den Rest des Abends watschelt die Queen dann kurzbeinig wie Daisy Duck über die peinlich gepflegte Auslegware durch die heiligen Hallen.
Vielleicht sollte Frau sich überlegen, ob sie nicht neben der üblichen Notfallausstattung (Lippenstift, Makeup, Duft und Ersatzstrumpfhose) damenhafte Pantöffelchen ihrem Handgepäck hinzufügt……?!?
PK, Juli 2005
|